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Arthrose

Wenn Bewegung weh tut, aber Stillstand keine Lösung ist

Wenn Gelenke anfangen, sich zu melden

Vielleicht kennst du das: Morgens brauchst du ein paar Schritte, bis sich das Knie wieder „einläuft“. Nach einer Wanderung oder einem langen Tag auf den Beinen fühlt sich die Hüfte steif an, und die Finger wollen nicht so recht mitmachen. Anfangs ist es nur ein leichtes Ziehen – irgendwann wird daraus ein Schmerz, der dich im Alltag begleitet.

Viele meiner Patientinnen erzählen mir, dass sie Bewegung meiden, weil sie Angst haben, ihrem Gelenk noch mehr zu schaden. Sie schonen sich, hören auf zu tanzen, zu wandern oder Rad zu fahren. Doch genau das ist der Moment, in dem sich die Spirale dreht: Weniger Bewegung bedeutet weniger Nährstoffe für den Knorpel – und das Gelenk baut weiter ab.

Aber das Gute ist: Arthrose bedeutet nicht Stillstand.

Auch wenn die Gelenke schmerzen – du kannst aktiv etwas tun, um die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zurückzugewinnen.

Was in einem Arthrose-Gelenk passiert

Arthrose ist kein plötzlicher „Verschleiß“, sondern ein Prozess, der sich über Jahre entwickelt. Der Knorpel, der als schützendes Polster zwischen den Knochen dient, wird dünner. Dadurch reiben die Knochen stärker aufeinander – es entstehen Schmerzen, manchmal auch Entzündungen und Schwellungen.

Ursachen dafür können vielfältig sein:

  • Bewegungsmangel oder Fehlbelastung – zum Beispiel durch sitzende Tätigkeiten oder alte Verletzungen
  • Übergewicht, das die Gelenke zusätzlich belastet
  • Stress und stille Entzündungen im Körper
  • oder einfach der natürliche Alterungsprozess

Früher sprach man von „Abnutzung“ – heute wissen wir, dass es mehr ist als das. Der Knorpel ist ein lebendes Gewebe, das auf Belastung, Ernährung und Durchblutung reagiert.

Bewegung wirkt dabei wie eine „Pumpe“, die Nährstoffe in das Gelenk transportiert. Wenn diese Bewegung fehlt, hungert der Knorpel – und das Gelenk verändert sich.

Wie Physiotherapie helfen kann – Bewegung neu lernen

In meiner Arbeit sehe ich immer wieder, wie sehr gezielte Bewegung Schmerzen lindern und das Vertrauen in den eigenen Körper zurückbringen kann. Es geht nicht darum, „durch den Schmerz zu trainieren“, sondern darum, die richtige Art der Bewegung zu finden – angepasst an dich, dein Gelenk und deinen Alltag.

Manuelle Techniken – Sanfte Mobilisation und Schmerzlinderung

Mit gezielten Griffen können wir Blockaden lösen, Gelenke entlasten und die Durchblutung fördern. Viele Patientinnen spüren schon nach den ersten Behandlungen, dass sich das Gelenk leichter und freier bewegt.

Individuelle Kräftigung – Muskeln als Schutzschild

Muskeln sind der beste Freund deiner Gelenke. Sie stabilisieren, führen Bewegungen und nehmen Druck vom Knorpel. Wir zeigen dir Übungen, die genau zu deinem Körper passen – leicht umsetzbar, auch zuhause machbar, aber mit großer Wirkung.

Bewegungsschulung – Vertrauen zurückgewinnen

Oft haben wir nach längerer Schmerzphase „verlernt“, uns natürlich zu bewegen. Durch gezielte Übungsreihen lernst du, Bewegungen wieder ökonomisch und sicher auszuführen – ohne Angst, etwas falsch zu machen.

Ganzheitlich denken – über das Gelenk hinaus

Arthrose betrifft nie nur das Gelenk. Ernährung, Stress, Schlaf und hormonelle Veränderungen spielen mit hinein.

Wenn du z. B. häufig unter Stress stehst, produziert dein Körper vermehrt entzündungsfördernde Stoffe, die den Gelenkstoffwechsel beeinflussen. Deshalb gehört zur Arthrosebehandlung auch immer ein Blick auf den gesamten Menschen – nicht nur auf das schmerzende Gelenk.

Ich arbeite ganzheitlich: mit Bewegung, manueller Therapie, Atem- und Entspannungstechniken – und auf Wunsch auch mit Lifestyle- und Ernährungsimpulsen aus der KPNI (klinischen Psycho-Neuro-Immunologie).

Kleine Schritte – große Wirkung

Es braucht keine Stunde im Fitnessstudio, um etwas zu verändern. Oft reichen zehn Minuten bewusste Bewegung täglich, um Schmerzen zu reduzieren und Gelenke wieder beweglicher zu machen.

Ein paar einfache Tipps für den Alltag:

  • Gehe regelmäßig spazieren – auch kurze Strecken zählen.
  • Achte auf Pausen und verändere häufig die Position, wenn du viel sitzt.
  • Nutze Wärme bei Steifigkeit – oder Kälte bei akuten Schwellungen.
  • Trinke ausreichend Wasser – Knorpelgewebe braucht Flüssigkeit.
  • Und vor allem: Bleib in Bewegung, auch wenn es anfangs ungewohnt ist.

Fazit – Du kannst selbst viel bewirken

Arthrose ist kein Schicksal, das man einfach hinnehmen muss. Sie ist ein Zeichen des Körpers, genauer hinzuschauen, sich zu bewegen – anders, bewusster, gezielter.

In der Physiotherapie geht es darum, dich Schritt für Schritt dorthin zu begleiten:

Weg von Schmerz und Unsicherheit, hin zu Vertrauen, Beweglichkeit und Lebensfreude.

Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst, dann lass uns gemeinsam herausfinden, was dein Gelenk wirklich braucht.

Mit der richtigen physiotherapeutischen Begleitung kannst du aktiv Einfluss auf deinen Heilungsprozess nehmen – und dich wieder freier bewegen, als du es vielleicht für möglich hältst.